Jahresrückblick 2007
Liebe Freunde und Förderer des Schulbauernhofes,
Renovierung Teil 1
vor einem Jahr hatte ich in unserem Rundschreiben angedeutet, dass möglicherweise positive bauliche Veränderungen bevorstehen würden. Wir hatten nämlich vor etwa zwei Jahren beschlossen, den Sanitärtrakt zu renovieren. Das Problem war die Finanzierung. Es ist der große Verdienst von Gabi Ankewitz, mögliche Spender zu kontaktieren und die ganze Sache voranzubringen. Die angedachte Lösung hätte uns aber hinsichtlich der Eigenleistung überfordert.
Die Rettung kam für uns überraschend und unerwartet. Im April 2007 sicherte Frau Maja Oetker als Vorsitzende des Kuratoriums der Ida und Richard Kaselowsky Stiftung die Übernahme der Gesamtkosten zu, und dann ging alles sehr schnell. Noch während der Belegung wurden die Sanitärräume renoviert, übergangsweise stand vor dem Seiteneingang ein unerwartet komfortabler Toilettenwagen - und das Ergebniss ist beeindruckend: Alles ist hell und freundlich geworden, die neuen Fenster und die großen Spiegel lassen die Räume optisch viel größer erscheinen. Allein für diese Maßnahme möchten wir auch an dieser Stelle Frau Oetker unseren herzlichen Dank aussprechen. Dieser Dank gilt auch Herrn Krause, der die Planung vorangetrieben und alles koordiniert hat: Ein perfektes Timing, vom Feinsten!
Renovierung Teil 2
Die Umbau-Erfolgsgeschichte geht aber noch weiter: Im oberen Begleiterzimmer ist eine Nasszelle eingebaut worden, so dass den Lehrern jetzt ein separates WC und eine Dusche zur Verfügung stehen.
Renovierung Teil 3
Auch weil das "Kochen mit Kindern" immer stärker angenommen wurde und das Kochen dadurch deutlich anspruchsvoller geworden ist, stand unser Kochteam oft reichlich im Dunst. Jetzt haben wir dank der Stiftung nicht nur eine große Dunstabzugshaube in der Küche sondern auch eine über unserem neuen Profi-Geschirrspüler (Danke an die Sparkasse für ihre Unterstützung). Große Dunstabzugshauben benötigen leider auch große Abzüge. Die Ostseite des Daches hat deshalb einen etwas futuristischen Character bekommen...
Renovierung / Ausbau Teil 4
Dass Rudolf-August Oetker, der im Januar letzten Jahres verstorben ist, die Immobilie Meier zu Ummeln in die Ida und Richard Kaselowsky Stiftung eingebracht hat, hat genau die erfreulichen Auswirkungen, die er wohl gewollt hat und die wir erhofft haben: Der vor vielen Jahren angedachte, aus Kostengründen aber immer wieder verschobene oder verworfene Ausbau des Dachbodens ist beschlossen. So bekommen wir ein ruhiges Büro, in dem man dann auch einmal ungestört arbeiten kann, und wir bekommen drei Räume für FÖJ-ler und/oder Praktikantinnen und Praktikanten.
Ein kritischer Blick auf unsere Bilanz zeigt uns, dass wir ohne die verschiedenen Unterstützungen und das Sponsoring der BGW nicht hinkämen. Das hat seinen Grund auch darin, dass wir an dem aktuellen Belegungspreis von € 16,- pro Tag und Person bei selbstversorgung nicht rütteln wollen. Die Eltern haben ja wie wir alle seit Jahren einen Kaufkraftverlust zu verzeichnen. Gleichzeitig steigen die laufenden Kosten auch für uns.
Herbstfest
Sehr schön war das Herbstfest am 16. September.Nach einem regenreichen Sommer hatten wir Glück mit dem ersten sonnigen Wochenende seit langem. Unsere BesucherInnen kamen zu Tausenden, viel Betrieb, aber keine Hektik.
Blauzuge und andere Krankheiten
Auch unsere Schafe hatten sich die Blauzungenkrankheit eingefangen - vier sind gestorben. Wegen der Zahl der Tiere mussten wir unsere Fläche vergrößern.
Wir haben also den ehemaligen Wildacker von den Stadtwerken dazugepachtet. Dort wuchs ein Klee-Gras-Gemisch, eigentlich ein optimales Kaninchenfutter. Leider war es offensichtlich durch Wildkaninchen mit Myxomatose belastet. Dadurch haben wir uns diese Krankheit in den Stall geholt. Mehrere Kaninchen sind gestorben bzw. mussten getötet werden, der Rest ist jetzt geimpft. Damit der Hof nicht Ausgangsort für eine weitere Verbreitung wurde, konnte die Kinder ein paar Wochen lang die Kaninchen nicht füttern.
Schwein gehabt
Ehr skurril war die so gedachte letzte Fahrt unserer Sau Marie zum Schlachter. Auf der Kreuzung Umlostraße / Gütersloher Straße sprang sie vom Hänger. Zur allgemeinen Erheiterung vieler Ummelner Mitbürger und etlicher Autofahrer haben wir sie mit sechs Leuten von dort mit Treibbrettern zum Hof zurückgetrieben.
Der Sau ging es wahrscheinlich noch am besten bei dieser Aktion, denn sie knabberte mal hier mal da am Straßenrand. Unser Zivi Leon fand, dies sei das absolute Highlight seiner Dienstzeit gewesen.
Eine Woche später wurde es für Marie dann wirklich die letze Fahrt in einem geliehenem ausbruchsicheren Hänger.
BAGLOB
Nach den Sommerferien hat Frau Ministerin Sommer im Foyer des Schulministeriums in Düsseldorf eine Ausstellung der Sektion NRW der BAGLOB eröffnet (Bundes ArbeitsGemeinschaft LernOrt Bauernhof).
Natürlich waren wir als Pioniere der Schulbauernhofbewegung dort auch vor Ort, und Frau Sommer kennt den Ummelner Hof ja aus eigenem Erleben. Ihre Wertschätzung unserer außerschulischen Umweltbildung hat uns gut getan.
25 Jahre Schulbauernhof
Man könnte in einer solchen Arbeit ja auch eine Prävention sehen, als einen Beitrag dazu, dass die Dinge bei manchen Kinder und Jugendlichen erst gar nicht aus dem Ruder laufen. Das haben wir uns sicherlich nicht bis ins Einzelne überlegt, als wir im Mai vor 25 Jahren den Hof Meier zu Ummeln gepachtet und zum Schulbauernhof gemacht haben.
Ich hoffe, dass dem "Silberjubiläum" noch andere Jubiläen mit einer dann neuen Mann- und Frauschaft folgen werden.
In diesem Sinne
Ihr Manfred Hofmeister